Amphibiensterben durch Chytridpilze

Amphibiensterben durch Chytridpilze

Beitragvon Merkur » Freitag 28. Februar 2020, 17:58

https://de.wikipedia.org/wiki/Chytridpilz
„Der Chytridpilz stammt ursprünglich aus Afrika und siedelt auf der Haut von afrikanischen Krallenfröschen, die gegen die Wirkung dieser Pilze jedoch immun sind. Vom Menschen wurden die für Schwangerschaftstests (Froschtest) verwendeten Krallenfrösche, die daher auch als Apothekerfrosch bezeichnet werden, weltweit verbreitet und mit ihnen der Pilz eingeschleppt. Da Amphibien in anderen Gebieten keine Immunität gegen den Pilz besitzen, wurde so eine globale Chytridiomykose-Epidemie ausgelöst.“

Doch es geht um mehr als eine Pilzart, so dass man nicht „nur“ die medizinische Verwendung von Krallenfröschen für das Amphibiensterben verantwortlich machen kann:

Amph.Sterben.jpg
Aus: https://twitter.com/fisher_mat/status/1232344956813152257
Hier wird dargestellt, wie der internationale Handel mit Amphibien durch die Verbreitung der Pilze über unseren Planeten mehrfach Epidemien ausgelöst hat, mit den bekannten, schrecklichen Folgen.
Erschreckend (und leider nicht lehrreich) ist, welch zentrale Position hier Europa einnimmt. Das dürfte auch für den Handel mit anderen Tiergruppen so aussehen.

Es sind mehrere Pilzarten, die verschiedene Amphibiengruppen unterschiedlich hart treffen. Hier als Beispiel ein Bericht aus 2015 über „Salamanderfresser-Pilz“ bedroht europäische Salamander und Molche.
(Batrachochytrium salamandrivorans): https://www.anl.bayern.de/publikationen ... anderpilz/

Quelle:
https://www.fisherlab.co.uk/post/scienc ... n-declines
"This research highlights that the Bd panzootic has been driven by global trade and poor biosecurity measures. Irreplaceable amphibian biodiversity will continue to be placed recklessly at risk until the ongoing trade in infected amphibians is halted." - Diese Forschung macht deutlich, dass die Chytridiose durch den globalen Handel und unzureichende Maßnahmen zur "Biosecurity" weltweit verbreitet wird. Unwiederbringliche Biodiversität wird weiterhin rücksichtslos gefährdet, bis der andauernde Handel mit infizierten Amphibien unterbunden wird.

MfG,
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Re: Amphibiensterben durch Chytridpilze

Beitragvon Merkur » Samstag 29. April 2023, 16:46

Amphibienwanderung: Immer weniger Tiere kommen zu den Laichplätzen!

In den letzten Wochen ist mir mehrfach bei Besuchen an mir bekannten Amphibien-Laichplätzen aufgefallen, dass nur wenig Laich vom Grasfrosch zu finden war, und dass praktisch keine Erdkröten aufgetaucht sind, auch an Gewässern, wo sonst Hunderte zugewandert sind. In der Presse fanden sich keine Erfolgsberichte der "Amphibienretter", die Krötenzäune entlang von Straßen kontrolliert haben. Und Bekannte, die ebenso wie ich ein Auge auf das Laichgeschehen haben, bestätigten mir: Wenig, oder gar nichts!
Leider scheint das eine verbreitete Beobachtung, Siehe den Bericht vom NABU hier!
Es gibt lokale Unterschiede. Ob allein die trockenen Sommer der letzten Jahre für den Rückgang verantwortlich sind, lässt sich nur vermuten. Leider ist nicht auszuschließen, dass auch die in diesem Thread angesprochenen Chytridpilze beteiligt sind.

Hier noch mal ein Bild vom 3. April 2018:
Bufo-Paar_407.jpg
Bufo bufo, ein Paar auf dem Weg zum Laichgewässer
MfG,
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