Ameisenhalter kooperieren mit Myrmekologen

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Ameisenhalter kooperieren mit Myrmekologen

Beitragvon Merkur » Dienstag 25. Mai 2021, 10:38

Zumindest nach Dr. Corrie Moreau, einer amerikanischen Myrmekologin, Professorin an der Cornell University, sind die Hobby-Ameisenhalter inzwischen so gut geworden, dass sie für ihr Labor hilfreich werden.

Corrie Moreau, antkeeping.jpg
Aus National Geographic
Der Artikel im National Geographic vom 24. Mai 2021, The unlikely rise of antkeeping (Der unwahrscheinliche Aufstieg der Ameisenhaltung), will aufzeigen, wie die Wissenschaft von Techniken der Hobby-Ameisenhalter lernen kann, ihre Versuchstiere besser und erfolgreicher zu halten. Der Beitrag enthält schöne, technisch perfekte Bilder von Ameisen und Formikarien, z. B. dieses:

Campon.Formikar.jpg
Camponotus im Formikarium. Aus dem Artikel

Zitat: "Unlike diligent hobbyists, myrmecologists—the formal name for ant scientists—often have a hard time keeping any colonies alive." (Anders als sorgfältige Hobby-Ameisenhalter haben Myrmekologen - die formale Bezeichnung für Ameisenforscher - oft Schwierigkeiten, Ameisenvölker am Leben zu halten.) [Einspruch meinerseits!]
Seit den Spielzeug-Ameisenfarmen der 1950er Jahre (das ist fast 70 Jahre her!) ist es für mich der erste Beitrag aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Ameisen, in dem ein Nutzen des Hobbys für die Forschung angegeben wird.
"Ant influencer" Mike Bustos („AntsCanada“) mit seinen über 500 Videos und Millionen Klicks wird erwähnt, mit seinen Empfehlungen zum Umgang u.a. mit der invasiven Fire Ant Solenopsis geminata in der Haltung.
Eine Informationsquelle für Ameisenhalter, ein Discord wird genannt, eine Seite für die Meldung von Schwarmflügen (so etwas gibt es ja auch für Deutschland).
Ein 16-Jähriger, Nakamura, entwickelt eine „Brücke“ zwischen der Ameisenhalter- und der wissenschaftlichen Community, https://www.antscihub.com/. Die Seite soll von Ameisenhaltern gewonnene Informationen sammeln, um sie den Wissenschaftlern zugänglich zu machen. „Jeder kann zur Wissenschaft beitragen.“ „Du brauchst dazu keine entsprechende Ausbildung.“
Na denn… :roll:
Ähnliche Vorhaben wurden und werden ja vielerorts betrieben, auch in Deutschland. Es fällt mir schwer, den Optimismus des Artikels zu teilen. Die Ameisenhalter wollen ernst genommen werden, möchten sich aber von den Wissenschaftlern nicht reinreden lassen. So werden immer wieder Projekte euphorisch gestartet, kümmern eine Weile vor sich hin und gehen dann doch wieder ein. - Das jedenfalls ist mein Eindruck.

MfG,
Merkur
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Re: Ameisenhalter kooperieren mit Myrmekologen

Beitragvon di4pr » Dienstag 25. Mai 2021, 11:39

So werden immer wieder Projekte euphorisch gestartet, kümmern eine Weile vor sich hin und gehen dann doch wieder ein. - Das jedenfalls ist mein Eindruck.

Das ist wohl so und auch verständlich. Allein bekommt man solche Projekte als "normal" lebender/arbeitender Mensch nicht hin. Man benötigt Feedback und Support einer Community, (finanzielle, ja!) Unterstützung, Zuarbeit, ein Team und einen laaangen Atem. Ich denke die meisten Ideen wollen zu viel auf einmal und fangen zu früh mit der Umsetzung an.

Aber grundsätzlich finde den Ideenreichtum und Initiativen, etwas umzusetzen, großartig und bin oft überrascht, wenn ich wieder eine neue Lösung entdecke.

Und um mal wieder ein Thema mit dem Versuch zu entern, dieses in produktive Bahnen zu lenken. Wie wäre es mit einer Liste bestehender Online-/Software-Lösungen zum Thema Ameisen? :roll:
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