Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Freitag 24. Mai 2019, 17:05

Sehr schön! - Es ist eine Mauereidechse, Podarcis muralis, mit regeneriertem Schwanz.

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Dienstag 18. Juni 2019, 13:44

Es ist still geworden.....
Seit kurzem kommen keine solitären Bienen als "Gäste" in mein Hotel. Viele Zimmer sind belegt. Kleine, schmale Wespchen schauen immer wieder vorbei, schmal, so 6-8 mm und schwarz gefärbt. Dolichoderus quadripunctatus wird langsam zur Landplage, inzwischen sind sie auf allen Pflanzen im Garten anzutreffen und sie übernehmen auch immer mehr Zimmer im Hotel. Das sehe ich nicht positiv, weil sie inzwischen auch verschlossene Nester öffnen. So geht das nicht weiter, ich muss mir eine Gegenstrategie überlegen.
Heute habe ich einen neuen Gast fotographiert, an die 8 mm lang und stets auf der Prüfung der verschlossenen "Zimmer". Ich vermute eine Grabwespe, kann sie aber nich näher identifizieren. Und am Foto links oben taucht - etwas verschwommen - schon die erste Dolichoderus auf...
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon MBM » Dienstag 18. Juni 2019, 14:16

Hallo Boro,
die Falten-Erzwespe (Leucospis dorsigera) habe ich in unserer Gegend zuletzt vor 50 Jahren an alten Obstbäumen gesehen. Sie sucht holzbewohnende Wildbienen.
Ungewöhnlich der über den Rücken gebogene Legebohrer und die wie bei Faltenwespen zusammengelegten Flügel. Auch die Körpergröße überragt das bei Erzwespen Übliche.
ein sehr schönes Foto!
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Dienstag 18. Juni 2019, 18:13

Danke für die Antwort! Mit freiem Auge konnte man nicht erkennen, was das Insekt da treibt. Erst jetzt erkenne ich, dass der Legestachel tatsächlich auf dem Hinterleib dorsal aufliegt; Ist bekannt, ob er diesen durch den Nestverschluss bohren kann?
Ich schaue morgen, ob ich vielleicht noch ein besseres Foto von der Seite bekomme. Ein Foto hab ich noch, leider nicht besonders gut!
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon MBM » Dienstag 18. Juni 2019, 19:32

Der Einsatz des Legebohrers ist hier zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=NIp8-kTuH08
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Sonntag 23. Juni 2019, 15:39

Unruhestifter, Räuber und Mörder(?)
Jetzt, nachdem die fleißigen Wildbienen als Mieter längst das Zeitliche gesegnet haben, klopfen neue und eigentlich nicht geladene Gäste an:
Die Eidechse, die ich schon vor einiger Zeit vorgestellt habe, wohnt immer noch hier und hat zuletzt von hinten ein Röhrchen vorgeschoben und zum Absturz gebracht
Eine ähnliche Wespe habe ich schon im vorigen Jahr beim Diebstahl von Lehm beobachtet, den sie aus der "Mauer" arbeitet und wegträgt. Wundert mich eigentlich nicht, denn wo findet man in der Umgebung auf Golfplatzrasen Lehm?
Das habe ich befürchtet: Dolichoderus quadripunctatus beginnt den Lehmverschluss einiger Röhrchen zu öffnen und macht es sich in den "Zimmern" gemütlich. Ich denke, dass sie vorhandene Brut wohl als Nahrung betrachten....
L.G.
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Ziemlich anstrengend, auch Stehlen ist Arbeit, irgendwie.....
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Freitag 28. Juni 2019, 17:51

Hier noch ein paar Fotos zum vorletzten Bericht von der Erzwespe Leucospis dorsigera. Heute hat sie wieder "vorbeigeschaut".
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Montag 15. Juli 2019, 21:14

Auch bei mir tummeln sich nun vermehrt Parasiten rund um die Nisthilfen. Mich stört es nicht, weil immer etwas los ist und es darunter interessante Arten hat.Wie z.B. diese recht grosse, schön gefärbte Schlupfwespe, die ich aber nicht ansatzweise bestimmen kann.

Schlupfwespe.JPG


Auch eine solitäre Faltwespe konnte ich zum ersten Mal beobachten. Die Bestimmung ist für mich auch hier kaum möglich. Es könnte sich (wegen der Querkante mit mittlerer Längsfurche auf dem 1. Gastersegment, wegen der Grösse des Tieres von ca. 1 cm und des Durchmessers des Nistganges von ca. 5 mm, sowie der Tatsache, dass sie im Siedlungsbereich überhaupt auftritt und an Nisthilfen geht) um eine Symmorphus Art handeln.

Solitäre Faltwespe.JPG


Jedenfalls scheinen Jahr für Jahr mehr Arten aufzutauchen, wovon auch die unterschiedlichen Nestverschlüsse zeugen.

Nestverschlüsse.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Sonntag 22. September 2019, 15:12

Wer sagt, dass nur Wildbienen, solitäre Wespen etc. Gefallen an einem Insektenhotel finden? Am 23. 6 habe ich schon über Ameisen und eine Eidechse als Bewohner berichtet. Heute am Nachmittag flattert plötzlich ein Edelfalter herbei. Ob es dem Admiral auch hier gefallen würde? Soweit ich informiert bin, fliegt dieser bald in den Süden. Ich kann gut nachvollziehen, warum die meisten Menschen (und Entomologen) besondere Freude an Schmetterlingen haben...... leider füllen viele Leute ihre Schaukästen mit diesen "Edelsteinen". Bei uns (+ Sohn Roman) gibt es nur Fotos und manchmal sorgsam gefangene Indiviuen, die nach der Bestimmung gleich wieder frei gelassen werden.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Montag 24. Februar 2020, 19:25

Sie sind eigentlich immer die Ersten, nur heuer sind sie ausgesprochen früh dran, die Männchen von Osmia cornuta. Normalerweise kann ich die Tierchen erst Mitte März beobachten. Doch heute, am 24.2.2020 bei 18°C haben die ersten Männchen der Gehörnten Mauerbiene die Saison an meinen Nisthilfen eröffnet. Wie immer kommt es zu Rangeleien unter den Tieren, obwohl weit und breit noch keine Weibchen zu sehen sind. Auch die restliche Natur ist früher dran als üblich, es steht ein schönes Futterangebot von Frühblühern bereit. Nur wie lange noch? Und wie sich wohl die angekündigte Kältewelle mit Schnefall auf die Wildbienen und Pflanzen auswirken wird?
Osmia cornuta bricht Nestverschluss auf.JPG
Geschafft! Ein Männchen hat den Nestverschluss geöffnet. Nun heisst es erst einmal ausruhen...
Osmia cornuta fliegt im Februar.JPG
Auf Weibchen wartend, fliegen die Männchen vor der Nisthilfe auf und ab, ständig unterbrechen sie den Flug um in diverse Niströhren zu kriechen.
Osmia cornuta Männchen 2020.JPG
Ein Osmia cornuta Männchen landet wieder an der Nisthilfe.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Emse » Montag 24. Februar 2020, 20:46

Notiz: In der Beobachtung der Natur liegt für viele Menschen ein großes Glück. U.a. Reber bringt das wunderbar rüber. Vielen Dank für´s Teilen! :)



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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Mittwoch 11. März 2020, 20:04

Die ersten Weibchen von Osmia cornuta haben begonnen Pollen zu sammeln und einzutragen, während sich die Männchen der Art vor den Nisthilfen rangeleien liefern.
Osmia Männchen Rangelei.JPG


Abends hingegen sammeln sich die Männchen in grossen Niststollen und "kuscheln" sich scheinbar friedlich zusammen. Auch andere Insekten nutzen die Gänge als Ruheplatz. Im Bild ist in der Mitte rechts eine unbestimmte Fliege zu sehen.
Osmia Männchen übernachten.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Montag 16. März 2020, 15:38

Die ersten Blauschwarzen Holzbienen Xylocopa cf. violacea sind bei mir auf dem Balkon aufgetaucht. Einfsch tolle Tiere. Riesengross und wunderschön gefärbt! Neben den Nektar eines frühblühenden Nektarinenbäumchens interessieren sie sich auch für das herbeigeschaffte Tot- und Morschholz. Aber das war auch schon in den Vorjahren so - leider hat sich dann doch nie ein Weibchen niedergelassen. Inzwischen habe ich deutlich ausgebaut, aber ob das geeignete Holz vorhanden ist, wird sich noch zeigen...

Blaue Holzbiene.JPG
Blaue Holzbiene2.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Montag 16. März 2020, 17:59

Bei mir in Südhessen fliegen jetzt auch die ersten Weibchen von Xylocopa violacea, während sich noch ca. 5-6 Männchen um die Schönen bemühen und immer wieder in die Löcher kriechen um zu sehen, ob da endlich ein Weibchen rauskommt.
Heute gegen Mittag sah ich etwas Lustiges: Ein Weibchen kriecht in ein Loch, kommt rückwärts wieder heraus und zerrt mit ihren Mandibeln ein Männchen am Hinterbein mit sich! ER flog dann unbeschadet weg.
Vielleicht wollte sie darin schon Brutkammern ausnagen? - Sah jedenfalls urkomisch aus! :D

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Teleutotje » Mittwoch 18. März 2020, 12:35

Now I must confess this is about Dutch books, so forgive me if you can't follow.

Two days ago I strumbled on a site online, about a book, but later more about that. I looked further and came along the next books (all complete to download!):

A book about bees, 2012: https://www.bestuivers.nl/publicaties/d ... ndse-bijen
A book about Syrphidae, 2009: https://www.bestuivers.nl/publicaties/d ... eefvliegen
A book about wasps and ants, 2004: https://www.bestuivers.nl/publicaties/d ... -nederland
and corrections to it: https://forum.waarneming.nl/smf/index.p ... msg1323096
A red list about bees, 2018: https://www.bestuivers.nl/rodelijst
A book about bee-plants, 2014: https://www.bestuivers.nl/publicaties/bijenplanten

And then the book it started with. It is the third edition, 2019, and talks about bees in "bee-hotels", their parasites and predators,... Marvellous, but in Dutch: https://www.bestuivers.nl/publicaties/g ... ijenhotels
Really good and worth downloading!
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Samstag 21. März 2020, 11:44

Es ist schon hinlänglich bekannt, wie wenig wählerisch die häufige Wildbiene Osmia cornuta bei der Nestwahl ist. Laut Literatur eignen sich alle vorhandenen Gänge in geeigneter Grösse. Etwa von anderen Bienen gegrabene Niststollen in Löss- und Lehmwänden, Käferfrassgänge in Holz, Bohrlöcher in Hauswänden, Abflussröhrchen in Fensterrahmen etc. Und der bevorzugte Durchmesser dieser Niststollen, liegt zwischen 7 mm und 9 mm Innendurchmesser. Nishilfen mit 8 mm-Bohrungen werden jedenfalls bei mir gerne und zuerst besiedelt.

Von Zeit zu Zeit probiere ich neue Nisthifen aus, um die Produkte zu testen und um Parasiten vorzubeugen. Ich achte aber auch auf Vielfalt, damit sich unterschiedliche Arten ansiedeln können. Die Nisthilfe von der ich hier berichte stammt von einem Gelegenheitskauf aus einem Baumarkt. Ein sehr günstiges Modell und es ist noch zu untersuchen ob und wie brauchbar, weil es sichtlich Mängel aufweist. Die Tiefe der Röhrchen ist an der unteren Grenze und die Stängel sind nicht sauber geschnitten bzw. deren Kanten nicht abgeschliffen, drum teilweise ausgefranst. Manche der wenigen Halme schienen mir viel zu gross und wohl eher als gestalterisches Element eingebaut worden zu sein. Die Anderen aber aufgrund ihres geringen Durchmessers immerhin gut für kleine Arten - welche die Röhrchen allerdings teilweise ausfressen können müssen. Jedenfalls sicher nichts für die grossen, häufigen Osmia-Arten: Mit einem Durchmesser von ca. 15 mm dachte ich, sind die grossen Röhrchen für Osmia cornuta (und alle anderen Arten) viel zu weit, der Aufwand die Niststkammern abzutrennen und zu verschliessen für die Bienen viel zu gross. Und in die kleinen Halme von 2-6 mm Durchmesser passen die Weibchen sowieo nicht rein.

Osmia reinigt Innenwände.JPG

Doch dann erlebte ich eine Überraschung: Obwohl noch jede Menge, teilweise neue 8 mm Pappröhrchen und Holzbohrungen vorhanden waren, konnte ich ein Weibchen beim Reinigen der Seitenwände eines der, wie mir schien, viel zu grossen Halme beobachten. Zuerst dachte ich, dass es seinen Fehler schon noch bemerken und bald eine bessere Wahl treffen würde. Doch dann konnte ich an einem weiteren Halm mit 14 mm Innendurchmesser ein Weibchen beobachten, das gerade seinen eindrücklichen Verschlusspfropfen aus feuchtem Sand und Drüsensekret fertigstellte. Unglaublich, diese Flexibilität!

Osmia cornuta an 14mm Öffnung.JPG
Osmia cornuta an 14mm Nestverschluss.JPG
Osmia Verschluss.JPG

Und noch ein Gedanken werde ich nicht los. Ich habe den Eindruck, dass sich die Grösse der Bienen nach dem vorhanden Platz in den Nisstollen richtet (vielleicht liege ich da auch falsch, weiss das jemand?!). Aber die Grössenunterschiede innerhalb von Art und Geschlecht sind enorm. Die Wiebchen zum Beispiel, werden zwischen 12–16 mm lang.
Was für Brummer werden 2021 aus dieser Niströhre schlüpfen?

Die Männchen sind nach dem ersten Auftauchen vor einem Monat kaum noch veorhanden. Und die wenigen die noch da sind, sind nach wochenlanger Flugzeit kaum wieder zu erkennen. Durch Rangeleien und Abnützung haben sie kaum mehr Haare am Hinterleib. Sie glänzen jetzt schwarz und man könnte sie für eine neue Art halten.
Osmia cf cornuta abgekämpftes Männchen.JPG
Osmia cf cornuta altes Männchen.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Samstag 21. März 2020, 17:18

Hallo Reber,

Danke für die genaue Darstellung! - Bei uns hat Osmia cornuta zuerst in den vorne offenen Stoppern von Kunststoff-Rolläden angefangen, Innendurchmesser 15 mm, Tiefe nur 40 mm!
Als ich das vor ca. 35 Jahren entdeckt hatte, habe ich zuerst Bündel von Bambusröhren angeboten, später dann gebohrte Holzscheiben, in meiner "Bienen-Favela". ;)

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Emse » Sonntag 22. März 2020, 16:08

Offensichtlich inspizieren die Wildbienen auf der Suche nach Nestgelegenheiten alles! WIRKLICH ALLES! :D

Leserfoto N. Heller - BZ.jpg
(Leserfoto N. Heller / Badische Zeitung)

Kommentar dazu:
Eindeutig verflogen hatte sich am Donnerstag eine Wildbiene, die sich bei offenem Fenster im Wohnzimmer von BZ-Leser Norbert Heller am Schongauer Weg (Betzenhausen) verirrte. Dort zeigte sie sich vom Verstärker der Stereoanlage fasziniert, "wohl auf der Suche nach einer Niströhre", wie Heller vermutet. Nach genauer Inspektion erwies sich die Kopfhörerbuchse aber offenbar als ungeeignet – und das Bienchen schwirrte wieder ab.


:)
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Freitag 3. April 2020, 17:55

Ja, Osmia cornuta ist schnell mal mit einer Nistgelegenheit zufrieden. Es geht auch noch grösser als im vorherigen Beitrag. Diese Osmia cornuta hat sich entschieden, ein 20 mm Bohrung zu besiedeln...
Osmia cornuta 2cm Bohrung.JPG

Das gute an den grossen Durchmessern ist, dass man so viel besseren Einblick ins Nestinnere bekommt.
Hier ist zum Beispiel ist das Ei gut zu erkennen.
Osmia cornuta Ei.JPG


Aber es geht noch krasser. In der März-Ausgabe der Schweizerischen Bienen-Zeitung erschien gar ein Leserbrief, in dem ein Imker berichtet, wie die Rostrote Mauerniene Osmia bicornis in einer unbenutzten Futterzarge ihr Nest angelegt hatte - obwohl überhaubt kein runder, enger Hohlraum vorhanden war!
Leserbrief Bienen-Zeitung.JPG


Bei mir dominieren noch immer die Weibchen der Gehörnten Maurebiene Osmia cornuta das Geschehen an den Nisthilfen. Ihre Männchen aber sind inzwischen fast vollständig verschwunden. Dafür haben die Männchen der besagten Rostroten Maurebine Osmia bicornis ihre Kontrollflüge aufgenommen. Weibchen der Art konnte ich noch keines beobachten. Aber die dürften auch bald aus den Stollen schlüfen.
Osmia cf bricornis männchen.JPG


Die Mauerbienen - und natürlich vorallem die Blüten und Pflanzen wecken das Interesse von anderen Arten: Ab und zu schaut ein Männchen der Blauschwarzen Holzbiene Xylocopa sp. vorbei. Und am frühen Blütenangebot erfreuen sich auch weitere Arten: Hummelköniginnen und Furchenbienen der Gattung Lasioglossum. Daneben besuchen mich kleinere, schwarze Bienen. Nur leider gelang mir noch kein Foto und keine Bestimmung. Des weiteren sind natürlich diverse Schwebefliegen unterwegs. Und die Feldwespenköniginnen von Polistes dominula interessieren sich für den Honigtau der Blattläuse. Auch eine schwer bestimmbare grosse Schlupfwespe (Ichneumonidae ) ist schon aufgetaucht. Ihr seht, es ist ganz schön was los, auf meinem Stadtbalkon ;)
Schlupfwespe.JPG
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Sir Joe » Donnerstag 9. April 2020, 19:12

Der eine oder andere wird es mitbekommen haben, dass wir uns verlobt haben und dieses Jahr heiraten wollen. Unseren Gästen möchten wir gerne schöne und wenn es geht auch praktische Gastgeschenke mit auf den Weg geben. Mir kamen da kleine Insektenhotels in den Sinn auf deren Dächern man die Namen der Gäste einbrennen könnte und ich habe heute mal einen Prototyp gebaut.

Hier ein paar Fotos:
1.jpg

2.jpg

3.jpg


Das Dach des Mini-Insektenhotels ist 12cm lang und hat 3cm Überstand nach vorne, der Holzkörper und die Bambushalme sind somit 9cm lang. Im Holzkörper sind Bohrlöcher mit den Durchmessern von 10, 8, 6 und 5mm alle etwa 8cm tief eingebohrt. Der Holzkörper selbst ist 4,5 x 7cm unbehandelte Douglasie.

Ich wäre euch dankbar für jede Anregung und Verbesserungsvorschlag. Insbesondere beim Dachüberstand oder überhaupt bei den Dimensionen frage ich mich, ob ich den vielleicht doch etwas kleiner wählen könnte?

Den ersten Anklang hat das kleine Insektenhotel jedenfalls schon bekommen, keine viertel Stunde nachdem ich es aufgehangen hatte, kam die erste Mauerbiene vorbei. Ich muss allerdings dazu sagen, dass an der selben Wand bereits zwei Insektenhotels hängen, welche insbesondere von Mauerbienen angeflogen werden.
4.jpg


PS: Handwerkliche Feinheiten, wie dass das Dach noch auf Gehrung geschnitten wird oder die Schrift schöner sein könnte, bitte ich euch zu vernachlässigen. Wie gesagt, es ist ein Prototyp und ich habe nur Reststücke zur Hand gehabt ;)

Was meint ihr dazu?

Schöne Grüße,
Sir Joe

Edit: Merkur entgeht nichts, die Durchmesser der Bohrlöcher sind natürlich in mm angegeben ;)
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