Rätsel-Thread

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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Sonntag 24. März 2019, 10:02

Wikipedia:
„Männliche Feldgrillen sind 19 bis 23 mm lang, Weibchen erreichen 17 bis 22 mm und deren nach hinten ragende Legeröhre (Ovipositor) erreicht zusätzlich noch eine Länge von 8 bis 12 mm….Sie häuten sich mehrmals, bis sie sich im Herbst trennen und einzeln eingraben. Im April des folgenden Jahres, wenn der Boden wieder wärmer wird, häuten sich die Larven zum zehnten oder elften Mal zur Imago und werden geschlechtsreif.“
Die Bilder dürften das letzte Larvenstadium zeigen, wie man an den Flügelanlagen erkennen kann. Ein Männchen, da nur die beiden Cerci vorhanden sind. Beim Weibchen sollte dazwischen bereits ein kurzer Legebohrer zu sehen sein. Feldgrillen sind die ersten, die man im Frühjahr zirpen hört. Während sie den größten Teil ihrer Entwicklung bereits im Herbst durchmachen und zeitig im Frühjahr adult werden, schlüpfen die Grashüpfer (Heuschrecken) da erst aus den Eiern und brauchen entsprechend länger bis sie im Sommer adult werden.

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Sonntag 14. April 2019, 16:40

Wer/ was glotzt da mit roten Augen(?) und schwarzen Fühlern(?) in die Kamera?

Rätsel_1481.jpg
?????
Rätsel_1481.jpg (38.91 KiB) 10338-mal betrachtet
Es ist sehr klein, daher leider etwas unscharf.
Melde mich nach Foren-Umzugs-bedingter Abstinenz wieder zurück. :roll: :)
MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Reber » Sonntag 14. April 2019, 17:27

Hmm: Stammt das Bild von einer Pflanzenblüte?
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Antspy » Sonntag 14. April 2019, 20:03

Ich schwanke zwischen Orchideenblüte und Dolichopodidae ... :)
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Trailandstreet » Montag 15. April 2019, 08:37

Ich würde auf eine Ragwurz-Art tippen
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Montag 15. April 2019, 09:31

Das läuft ja wieder sehr schön. Danke allen, die sich beteiligt haben!

Es ist Teil der Blüte einer Ophrys-Art (Ragwurz), also einer Orchidee, gesehen am 10. 04. 2019 auf der Insel Korfu.
Ein zweites Exemplar, das mit richtig roten „Augen“ guckt:

Rätsel_1452kl.jpg
zweites Exemplar derselben Art
Ophrys-Rotauge_1452.jpg
Die ganze Blüte

Und weil die Pflanzen so lustig aussehen, noch eine weitere Art, die uns mit eckigen „Augen“ anglotzt:

Ophrys-b,kl_1556.jpg
Ophrys sp. "Glotzaugen"
Noch habe ich sie nicht bestimmt; das kostet etwas Zeit. ;)
MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Mittwoch 17. April 2019, 10:07

Die Rätsel- Ophrys konnte ich inzwischen identifizieren: Es ist Ophrys bombyliflora, Drohnen-Ragwurz oder Hummel-Ragwurz oder Hummelschweber-Ragwurz oder Bremsen-Ragwurz.
Die mit den eckigen "Glotzaugen" dürfte Ophrys ferrum-equinum sein, die Hufeisen-Ragwurz.

Man wird allerdings irre, wenn man entsprechende Seiten durchsieht: Ophrys-Arten sind wohl fast generell äußerst variabel, und zusätzlich gibt es immer wieder Hybride.
Ophrys ferrum-equinum - Wer findet die mit eckigen Augen auf der Lippe?
Ophrys bombyliflora
Ähnliche Blütenformen findet man dann auch noch bei der Busen-Ragwurz Ophrys mammosa.
Bei den Bildern muss man allerdings bedenken, dass nicht alle richtig bestimmt sind! -Da ist die Bestimmung von Ameisen dochj vergleichsweise easy. ;)

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Freitag 26. April 2019, 19:22

am 24. April 2019 im Gelände konnte ich meine Kamera zwar noch schnell auf ein besonderes Ereignis richten, fürs Scharfstellen der aufregenden Sensation blieb keine Zeit.
Was habe ich hier festhalten können?

IMG_6565 Rätsel Ameisenportal.JPG
Das nächste Bild mit dem Ergebnis ist schärfer!


Beste Grüße
MBM
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Samstag 27. April 2019, 09:29

Eine Blüte, die einem Insekt die Pollinien auf den Kopf haut?

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Samstag 27. April 2019, 11:59

Nein, das Rätsel ist noch nicht gelöst.
Ob so ein Ereignis mit "Blüten" in Zusammenhang steht, ist umstritten.
Dem konkret beobachteten Ablauf nach zu urteilen eher nicht.
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Reber » Samstag 27. April 2019, 18:27

Hmm, eine Schlupfwespe vor Blattläusen?
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Samstag 27. April 2019, 18:46

2 Details hat Reber richtig erkannt:
- es geht um viele Kleine und eine Größere
- keine Schlupfwespe, aber Unterordnung Apocrita stimmt!
Das Rätsel ist damit jedoch noch nicht gelöst.
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Sir Joe » Samstag 27. April 2019, 23:07

Du machst es hier wirklich spannend, ich freue mich schon auf die Lösung :)

Das einzige was ich meine erkennen zu können ist, dass sich das Szenario auf zwei Grashalmen abspielt. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass es sich bei den vielen kleinen (Angreifern) um irgendwelche Spinnen handelt, oder vielleicht doch Ameisen?

Bin gespannt,
Sir Joe
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Sonntag 28. April 2019, 07:19

2 weitere Details hat Sir Joe richtig erkannt:
- es sind Angreifer
- es spielt sich an der Spitze eines Grashalmes ab (der andere Halm ist nur im Bildhintergrund)
Aber: alle an der Szene Beteiligten haben 6 Beine, Spinnen sind es also nicht, auch keine Ameisen.

Man kann also weiter miträtseln!
Beste Grüße
MBM
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Sonntag 28. April 2019, 08:15

viewtopic.php?f=46&t=1802&start=20#p16545
„Meine abweichende Hypothese zum "Nutzen" der überraschenden Beobachtungen:
Vielleicht bringen ja die Planidien mit ihrer Wirkung nur andere Blütenbesucher zum gemeinsamen Absturz und machen damit die gelähmten Insekten zur leichten Beute für Ameisen in Nähe des Nestes? So kämen die Planidien auch ins Ziel.“
Irgendwie erinnert mich etwas an Deinen o. g. Bericht. Auch wenn die Jahreszeit nicht stimmt: Vielleicht ist es doch so ein „Ereignis“?

Schönen Sonntag wünscht
Merkur
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Sonntag 28. April 2019, 09:07

Spannend!
Merkur ist nah dran:
- ein "gemeinsamer Absturz" ist es tatsächlich!
- auch - im weiteren Sinne - "so ein Ereignis"
Mit meinem vorjährigen Bericht zu Eucharis adscendens hat es eigentlich auch zu tun, denn das unscharfe Foto (und die noch wartenden auflösenden nächsten!) gelangen am gleichen Ort. Diesen Lebensraum (wärmebegünstigt, Trockenrasen, Lößlehm, Naturschutzgebiet, gelegentlich Schafweide) beobachte ich jetzt viel genauer und finde weitere verblüffende Abhängigkeiten.

Die Lösung des Rätsels gelingt bald?
MBM
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Sonntag 28. April 2019, 19:16

Hier kommt des Rätsels Lösung:

Gezeigt ist das Ergebnis des mißglückten Angriffes einer Wildbiene auf einen etwa gleichgroßen vermeintlichen Konkurrenten (oder evtl. auch das eines irrtümlichen Paarungsversuches). Dem Anflugtempo nach habe ich es als Angriff gedeutet.

IMG_6565 Wildbienenabsturz.JPG
Die Wildbiene "tropft" wie man sehen kann im gleichen Augenblick von ihrem Ziel ab

Der noch schnellere Gegenangriff der Larven des Schwarzblauen Ölkäfers Meloe proscarabaeus (L 1 Triungulus-Larven) ist jedoch gelungen!

IMG_6583 a Ameisenportal.JPG
Die Biene stürzt von Larven besetzt zu Boden

IMG_6569 a Ameisenportal.JPG
Sie wollen nur mitgenommen werden!

Die befallene Biene versucht relativ erfolglos im dichteren Gras einige Larven abzustreifen

IMG_6714 Abstreifversuche Ameisenportal.JPG
nur wenige Anhalter kann sie abstreifen

Nach mehreren Minuten flog die Biene dann zusammen mit dem bedrohlichen Verhängnis für ihre Brut ab. Die Bienen-Eier werden Nahrung für die L 1 - Ölkäferlarven sein, deren nächste Larvenstadien fressen dann den übrigen Nahrungsvorrat.

Auf wenigen Quadratmetern waren in der Vegetation weitere Gruppierungen von Tausenden wimmelnden Ölkäferlarven zu sehen:

IMG_6749 Ameisenportal.JPG

IMG_7104 Ameisenportal.JPG

Unterm Binokular sehen sie so aus:
IMG_6323 a Ameisenportal.JPG
Unter dem Binokular sehen die wuseligen Larven so aus


Die Literatur vermittelt: Die Triungulus-Larven der Ölkäfer würden gemeinsam in Menge "Blüten" oder auch "Geschlechtspartner" ihrer Opfer "darstellen". Ob das so stimmt?

Jedenfalls eine aufregende Geschichte!
Beste Grüße
MBM
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Montag 29. April 2019, 08:10

Leider muß ich noch eine wichtige Korrektur anbringen. Nach heutigem mail-Austausch mit dem Experten Herrn Lückmann stellt sich heraus, dass ich den Schwarzblauen Ölkäfer Meloe proscarabaeus und nicht M. violacaeus beobachtet habe! (Die Larven des Violetten Ölkäfers sind viel dunkler, als die hier zu sehenden)

Am 03.04.2019 waren an diesem Ort Paarungen des Schwarzblauen Ölkäfers (Meloe proscarabaeus) zu sehen.
IMG_5536 a Ameisenportal.JPG
"Maiwürmer" dieses Jahr sehr zeitig bei der Paarung

Und am 12.04. hatte ich mir genau die Stelle gemerkt, wo ein Weibchen mit den Vorbereitungen zur Ablage der vielen Tausend Eier beschäftigt war.
IMG_6069 a Ameisenportal.JPG
Das Ölkäferweibchen gräbt im Lößboden

Nur so war das spätere Agieren der Larven aufzufinden und zu fotografieren.
Ein schönes Erfolgserlebnis.
MBM
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Zuletzt geändert von MBM am Dienstag 30. April 2019, 06:47, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon Merkur » Montag 29. April 2019, 19:34

Zur Biologie der Maiwürmer

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzbl ... k%C3%A4fer (Das ist zwar für M. proscarabaeus, gilt aber auch wohl für M. violaceus, dessen Triungulinus jedoch schwarz sein soll:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Melo ... aham84.jpg - Die Unterscheidung der beiden Arten erscheint mir nicht ganz einfach!)
Aus Wikipedia:
Die tagaktiven Tiere halten sich in der Regel am Boden auf. Sie ernähren sich von Pflanzenteilen. Bei Gefahr sondern sie zur Abschreckung von Feinden aus ihren Kniegelenken ein gelbes Wehrsekret, das den Giftstoff Cantharidin enthält.
Nach der Paarung legt ein Weibchen 5–6 Mal im Abstandstand von 1–2 Wochen jeweils 3000–9500 0,9–1,3 mm lange Eier 3–5 cm im Boden ab. Die Eier machen dabei 30–45 % seines Gewichts aus, weshalb es immer wieder Nahrung zu sich nehmen muss. Die Eier überwintern und die Larven, die Dreiklauer (Triungulinus) genannt werden, schlüpfen im nächsten Frühjahr. Sie sind gelb bis orange und kürzer als 2 mm, im Gegensatz zum Violetten Ölkäfer (Meloe violaceus), die 2 bis 2,5 mm lang sind. Die Dreiklauer klettern auf Blüten und klammern sich dann an Blütenbesucher. Wenn es sich nicht um die richtige Art handelt, etwa um die Honigbienen, stirbt die Larve ab. Passende Wirte sind solitäre Bienen, deren zugehörige Kuckucksbienen und Parasiten der Gattung Volucella. Der Wirt nimmt die Larve unfreiwillig in seinen Bau mit, wo letztere sich über die Larven des Wirts hermacht. Danach häutet sie sich zu einer kurzbeinigen, madenartigen und blinden Sekundärlarve L2, die den Honigpollenbrei auffrisst und sich drei Mal bis zur Sekundärlarve L5 häutet. Danach wandert sie aus dem Nest und häutet sich zu einer Scheinpuppe L6, die überwintert. Im Frühjahr schlüpft daraus eine Tertiärlarve L7, die wahrscheinlich keine Nahrung aufnimmt. Erst danach verpuppt sie sich und der fertige Käfer schlüpft von März bis Mai. Die Weibchen fressen sehr viel und können ihr Gewicht versechsfachen (Reifungsfraß). Anschließend paaren sie sich mehrfach.[1]
Ein weiterer Verbreitungsweg der Dreiklauer stellt ihre Ansammlung an Spitzen von Grashalmen dar. Die orange-gelben Larven bilden dabei tagsüber Klumpen, die Bienen anlocken. Wenn diese ihren Irrtum bemerken, sind schon ein paar Larven übergewechselt. Dieses Verhalten wurde auf Wiesen beobachtet, auf denen genügend Blüten zur Verfügung gestanden hätten.[1]
--
https://www.zobodat.at/pdf/Gredleriana_ ... 9-0216.pdf Klausnitzer, B. (2005 pp. 209 - 216): Beobachtungen zur Lebensweise von Meloe proscarabaeus LINNAEUS, 1758 (Coleoptera: Meloidae):
S. 212: 3. 2 Bildung von „Scheinblüten“Gelegentlich (zuerst im Jahr 2000 und dann nochmals auffällig 2003) wurde ein massenhaftes Auftreten von Triungulinus-Larven von Meloeproscarabaeus in Innsbruck in einem Garten (Südhang) beobachtet, die zu gelblichen Klumpen geballt an Grashalmen (Abb 1,2,4) und anderen Pflanzenteilen (z. B. 2.500 - 3.000 Individuen auf kleinen Trieben von Buddleja) - nicht auf Blüten - saßen (KLAUSNITZER & RAUCH 2000, KLAUSNITZER 2004)
S. 213: Aggregationen an Grashalmen (Bild!)
… Die Larven von Meloe proscarabaeus sind orangegelb, auch die meisten anderen in Mitteleuropa vorkommenden Meloe-Larven haben einen gelb bis rötlich gefärbten Körper (HACHFELD 1931, VAN EMDEN 1943, LÜCKMANN 1999, LÜCKMANN & SCHARF2004), und die Ballen (Aggregationen) leuchten wie eine Blüte. Der Gedanke an eine „Blütenimitation“ lag nahe (natürlich bedarf dies eines Beweises; die Triungulinus-Larven sind in ständiger Bewegung, und man kann die Klumpenbildung auch als Ergebnis des Hochkletterns bei fehlender Blüte ansehen). Eine Biene, die sich absetzt, wird den Irrtum sofort bemerken, aber sogleich ist sie auch mit Triungulinen besetzt. Eigenartigerweise wurde die „Blütenimitation“ auch dann gebildet, wenn wirkliche Blüten vorhanden waren, die von den Larven aber kaum aufgesucht wurden. Vielleicht ist die „Treffsicherheit“ auf der „Scheinblüte“ höher?... Usw. - Der Artikel enthält eine Fülle weiterer interessanter Fakten!
–--
Anmerkungen:
In Lehrbüchern und Bestimmungsliteratur findet man meist nur die Angabe, dass die Triungulinus-Larven auf Blüten lauern. So hatte auch ich das in Erinnerung. Die Ansammlungen an Grashalmen etc. war mir neu, ist aber nach dem vorstehenden Artikel weiter verbreitet. Ich habe daher Teile der Beschreibung hier einkopiert, die mir besonders interessant erscheinen.

Die adulten Tiere sind Pflanzenfresser, wobei sie anscheinend große Mengen an Nahrung verarbeiten. Sie legen dann auch mehrfach über Wochen sehr zahlreiche Eier.

Meloe_0141.jpg
Meloe proscarabaeus, Weibchen
Fotografiert am 7. Juni 2010, Aostatal, hoch auf Brombeerstrauch fressend (Hatte ich schon mal unter „Bilder des Tages“ gepostet).

Mir ist unklar, wie mit dem begrenzten Nahrungsvorrat in nur einer Zelle einer der deutlich kleineren solitären Wildbienen-Arten letztlich ein so großer Käfer entstehen kann! :?:

Die hohen Verluste an Triungulinus-Larven während ihres risikoreichen Daseins relativieren sich, wenn wir daran denken, dass aus der Nachkommenschaft eines Weibchens (5-6 mal 3000 bis 9500 Eier werden angegeben) letztlich im Durchschnitt nur zwei adulte Tiere zur Fortpflanzung kommen müssen: Dann bleibt die Population bereits konstant! (Das gilt ja auch für die riesige Produktion von Geschlechtstieren bei vielen Ameisenarten über Jahre hinweg – Lasius fuliginosus, Atta-Arten).

@ MBM: Ein sehr spannendes Rätsel, das zum Nachlesen und Nachdenken anregt!!

MfG,
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Re: Rätsel-Thread

Beitragvon MBM » Freitag 10. Mai 2019, 12:30

Die ohnehin spannende Beobachtung kann mit weiteren Erkenntnissen fortgesetzt werden.

Auch am 9. Mai 2019 sind die "Mitnahme-Fallen" der Larven des Schwarzblauen Ölkäfers(Meloe proscarabaeus) in der nun 20 cm höheren Vegetation weiter zu finden.
IMG_7895 Ameisenportal.JPG

In den letzten April- und ersten Maitagen habe ich in deren Umgebung viele Insekten fotografiert. Bei der Bilderauswertung bin ich erneut auf die gelborangefarbenen Larven gestoßen.
Ausgerechnet bei einer Kuckucksbiene - wohl (Nomada lathburiana) tauchten sie wieder auf. In diesem Fall überträgt also eine selbst parasitoide Wildbiene die Larven der parasitoiden Käfer!
IMG_8090 Ameisenportal.JPG
Kuckucksbiene nimmt Ölkäferlarven mit

Auch eine fliegend aufgenommene Große Blutbiene (Sphecodes albilabris) trägt auf dem Thorax wahrscheinlich die Ölkäferlarven. Auch diese Wildbienenart vermehrt sich selbst parasitoid bei anderen Bienen.
IMG_7074 Ameisenportal.JPG
Große Blutbiene vermutlich mit Ölkäferlarven unterwegs

Und nun noch der Zottige Bienenkäfer (Trichodes alvearius), dessen Larven sich räuberisch bei Bienen entwickeln, der also auch aktiv Bienenvorkommen zur Eiablage aufsucht. Käfer hilft Käfer.
IMG_7550 Ameisenportal.JPG
Zottiger Bienenkäfer nimmt Ölkäferlarven mit
IMG_7508 Ameisenportal.jpg

Eine kompliziert vernetzte Lebensgemeinschaft!
Beste Grüße
MBM
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