Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Montag 2. Juli 2018, 13:04

Erstmals habe ich heute um 14:00 einen Trauerschweber Anthrax anthrax beim Bienenhotel gesehen, dachte mir gleich, das beutet nichts gutes.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Dienstag 31. Juli 2018, 17:12

Nun ist auch eine Grabwespenart am Start. Es dürfte sich um eine aus der Gattung Trypoxylon oder Pemphredon handeln. Bestimmen kann ich die Tiere nicht sicher, aber zu Trypoxylon figulus passen meine Beobachtungen wie die Faust aufs Auge: Die Art ist häufig und auch in Gärten anzutreffen. Sie benützt bereits vorhandenen Hohlräume und ist deshalb auch an Nisthilfen oft zu finden. Sie trägt Spinnen ein. Die weibliche Wespe ist ca. 12 mm lang, hat einen sehr schlanken, komplett schwarzen Körper mit langem Hinterleib.
Trypoxylon cf figulus langer Hinterleib.JPG
Schlanke, schwarze Wespe mit langem Hinterleib,
Trypoxylon cf figulus mit Spinne.JPG
fängt Spinnen,
Trypoxylon Nisthilfe.JPG
bewohnt auch Nisthilfen.



Und sie wird von der komplett blaugrün-metallisch glänzenden Goldwespe Trichrysis cyanea parasitiert (hier bin ich mir bei der Bestimmung erst recht nicht sicher) aber ein passend grosses und gänzlich grün gefärbtes Tier ist aufgetaucht.
Der Goldwespe scheint die Töpfergrabwespe aber absolut nicht wehrlos ausgeliefert zu sein. Sie wurde sofort angegriffen. Leider sind die Bilder nix geworden. Immerhin erkennt man ungefähr, wie die kleine Goldwespe gepackt und unschädlich gemacht wird.
Goldwespe Trichrysis cf cyanea erscheint.JPG
Eine metallisch grüne Goldwespe erscheint, bevor ich sie heranzoomen kann...
Trypoxylon cf figulus hält Goldwespe fest.JPG
wird sie von einer der Grabwespen gepackt...
Trypoxylon cf figulus sticht Goldwespe ab.JPG
und abgestochen!
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Trailandstreet » Dienstag 31. Juli 2018, 19:36

An meiner Nisthilfe ist inzwischen eine kleine Polistes Art eingezogen und bewohnt ein ganzes Stockwerk.
Leider habe ich die nur kurz und spontan erwischt als die gerade anflog. Bild
Was man an manchen Röhren sehen kann ist, dass diese offenbar besiedelt waren und der Verschluss inzwischen aufgebrochen wurde.
Es wurden also schon einige Tierchen ausgebrütet.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Trailandstreet » Mittwoch 1. August 2018, 13:57

Kurz zur Ergänzung:
Hinter dieser Lochplatte ist es komplett hohl und das Nest befindet sich darin, sozusagen an der Decke befestigt.
Es sind also keine Röhren oder Bohrungen.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Sonntag 10. März 2019, 18:07

Die Wildbienen-Saison auf meinem Balkon hat dieses Wochenende wieder begonnen. Die Männchen von Osmia bicornis und Osmia cornuta haben ihre Nestverschlüsse aufgebrochen. Auf das städische Kleinklima scheinen die Arten ideal angepasst zu sein, sie verlassen die Nisthilfen gleichzeitig mit dem Erscheinen der verwilderten Primeln. Und das sogar bei wechselhaftem Wetter, denn übers Wochenende folgten immer wieder Regenschauer oder starker Wind auf den Sonnenschein. Der Flugbetrieb hält sich deshalb noch in engen Grenzen und da eine regnerische Woche angekündigt wurde, wird eswohl noch etwas daueren, bis es richtig los geht.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Sonntag 17. März 2019, 09:07

Auf Seite 3 habe ich schon 2018 von meinem neuen Insektenhotel berichtet: viewtopic.php?f=30&t=865&hilit=Solit%C3%A4re+Bienen&start=40#p16004
Schon seit Anfang März geht es richtig los. Zuletzt waren bis zu etwa 30 Bienen gleichzeitig vor Ort, es summt wie bei einem Stock der Honigbienen. Einige Bienen (Weibchen) inspizieren bereits die Röhren, andere versuchen den Platz für sich zu beanspruchen und Kontrahenten zu vertreiben. Da geht es wild zu: Aus einzelnen noch verschlossenen Röhrchen scheinen vor allem Weibchen den Verschluss zu öffnen, sie werden von zahlreichen Männchen belagert und sofort nach dem Erscheinen begattet, das kann ein paar Minuten dauern. Bei allen Insekten scheint es sich um die gleiche Art zu handeln, bei der Bestimmung (optisch am Hotel) habe ich aber Probleme:
1. Männchen und Weibchen kann ich nicht unterscheiden. Im Gegensatz zur Beschreibung in der Literatur haben beide Geschlechter den identen dichten weißen "Gesichtspelz",
2. in der Größe sind beide Geschlechter variabel, teilw. auch in der Färbung. Unterschiede bei den Antennen (Länge, Krümmung) sind nicht auffällig.
3. Wenn Weibchen den Zellverschluss von innen öffnen, scheinen Männchen weibliche Sexuallockstoffe wahrzunehmen, was ihre Aktivität enorm steigert und zentriert.
4. Begattete Weibchen scheinen für Männchen nicht mehr interessant zu sein.
Es dürfte sich um Osmia bicornis od. Osmia cornuta handeln.

Die aggressiven Bienen haben bereits eine große Holzbiene vertrieben. Ob den Solitärbienen ihrerseits Ungemach droht, weiß ich noch nicht: Seit Angang Märze sind zahlreiche Dolichoderus quadripunctatus unterwegs, sie haben mehrere Zimmer im "Hotel" bezogen!
Im Anhang 2 Fotos verschiedener Pärchen bei der Kopula!
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DSC03312.JPG
Dass es sich um gleichgeschlechtliche Paarungsversuche handelt, glaube ich nicht, die würden wohl nicht ein paar Minuten dauern
DSC03319.JPG
Hier eine Kopula auf einem Kalklehm. Dieser wurde unter dem Hotel aufgebracht, damit Verschlussmaterial für die Zellen gleich vorhanden ist (in einer v. Golfplatzrasen gekennzeichneten Umgebung)
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Reber » Sonntag 17. März 2019, 12:18

Hallo Boro,
ich kann deine Beobachtungen weitgehend bestätigen. Bei mir spielt sich grade genau das Selbe vor dem Nistkästen ab. Die Männchen warten auf unbegattete Weibchen. Dazu bilden sie vor den entsprechenden Niststollen regelrechte Gruppen, in denen es zu Rangeleien kommt und die Männchen versuchen sich gegenseitig zu vertreiben. Einzelne Männchen klettern auch in die Stollen, was aber nicht viel bringt, da sie sich darin nicht einmal wenden können.

Gerangel.JPG
Gerangel1.JPG

Die (scheinbare? temporäre?) Überzahl der Männchen scheint daher zu kommen, dass diese früher schlüpfen. Ich habe mal gelesen, dass die Brutzellen bei O. cornuta und O. bicornis gleich nach dem Nestverschluss immer Männchen enthalten sollen, während in den hinteren (also den zuerst angelegten) Zellen immer Weibchen vorhanden sein sollen. Das würde zu den Abläufen in meinen Beobachtungsröhrchen passen: Die älteren (hinteren) Zellen waren grösser und verfügen über mehr Pollenvorrat. Bis vor Kurzem waren in einigen Röhrchen nur die ersten Zellen aufgebrochen und leer, während in den unteren Zellen noch unverändert Puppen lagen.Ich wollte es eben fotografieren, aber nun sind bereits alle Bienen in den Beobachtungsröhrchen geschlüpft.

Ich zweifle etwas darann, dass es sich bei einer der Bienen auf deinem Foto um eine Weibchen handelt: In der Literatur wird die weisse Gesichtsbehaarung als sicheres Merkmal aufgeführt. Und meinen Beobachtungen zufolge unterscheiden sich die Weibchen recht sicher dadurch und sie sind in der Regel auch grösser. Wobei natürlich auch die Männchen stark in der Grösse varrieren. Jedenfalls wär mir noch nie ein Weibchen mit weissem Gesichtshaar bei der Versorgung eines Stollens aufgefallen. Könnte es nicht einen anderen Grund für die Paarbildung geben? Eine Verwechlung, weil z.B. das untere Männchen nach Weibchen "riecht" , weil es zuvor zu einer Berührung kam?

Päärchen.JPG

L.G. Reber
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Sonntag 17. März 2019, 14:53

Das turbulente Treiben lässt kaum eine "vernünftige" Beobachtung zu. Jetzt ist mir aufgefallen, dass kleinere Individuen oft dunkler gefärbt sind, die Gaster erscheint schwarz glänzend, die rote Behaarung ist hier vor allem auf die Segmentränder konzentriert. Alle haben die weiße Gesichtsbehaarung, sollten da nur Männchen vorhanden sein? Schlau werde ich da nicht, es gibt immer wieder Raufereien, wobei Mandibeln und scheinbar der Stachel eingesetzt werden, obwohl Männchen doch keinen besitzen. Das Verhalten habe ich aber auch bei Hornissenmännchen beobachtet, wenn sie attackiert werden, krümmen sie zur Abwehr den Hinterleib wie Arbeiterinnen.
Ich zeige noch ein paar Bilder und eines der vielen dunklen Männchen!
L.G.
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DSC03320.JPG
Im Spalt in der Mitte findet eine Kopula (Scheinkopula?) statt.
DSC03324.JPG
DSC03329.JPG
ein dunkles Männchen
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Sonntag 17. März 2019, 17:08

Im Dezember 2018 hatte ich mich – unter Irrungen und Wirrungen – mal bei diesen beiden Mauerbienenarten um taxonomische Klärung bemüht:
Bei den von Boro abgebildeten Tieren handelt es sich um Osmia cornuta – Männchen.

Der Wildbienenspezialist ist Paul Westrich, und von ihm hatte ich die „Steckbriefe“ verlinkt:

Für O. cornuta mit sehr schönen Vergleichsbildern, auch von scheinbar homophilen Männchen, und von arg abgeflogenen Exemplaren, die farblich abweichen können. Das dürfte die dunkleren, schwarz glänzenden Exemplare von Boro erklären).
Für O. bicornis, die „Rostrote Mauerbiene“, Insekt des Jahres 2019.

Resumée aus meinem Text:
„Bei beiden Arten haben die Weibchen die zwei Hörnchen seitlich am Clypeus!
Und bei beiden haben die Männchen Haare im Gesicht, „weißlich“ bei bicornis, „lange weiße Haare“ bei cornuta.“


Zitat Westrich:
Bis es zur Paarung kommt, muß das Männchen das Weibchen bis zu zwei Stunden lang umklammern. Während dieser Zeit versuchen - wie auf diesem Bild - immer wieder andere Männchen, ebenfalls zur Paarung zu gelangen, was aber in der Regel nicht gelingt, da das erste Männchen die Umklammerung des Weibchens nicht aufgibt.
Achtung Korrektur: Das erklärt meine Beobachtungen von Pärchen, die lange Zeit am Boden vor meinem Bienenhotel aufeinander sitzen. Meine Fehldeutung: Die Wartezeit liegt vor der Kopula, während ich eine Bewachung des Weibchens durch das Männchen nach der Kopula annahm (noch in meiner „Bewertung“ zu Reber :( )

Man sollte solche Informationen immer gaaaanz genau lesen! :roll:

MfG,
Merkur
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Sonntag 17. März 2019, 18:55

Danke Merkur für die Erläuterungen!
Jetzt sehe ich klarer: Ich habe fast ausschließlich Männchen im "Hotel" und diese haben gleichgeschlechtliche Neigungen. Wenn Mänchen den Deckel durchnagen, erregt dieser Vorgang sofort große Aufmerksamkeit bei anderen Männchen, die das schlüpfende Tier sofort umringen und begatten (wollen). Jetzt bin ich gespannt, wann ich endlich ein Weibchen in Ruhe beobachten kann!
L.G. Boro
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon fink2 » Donnerstag 21. März 2019, 20:26

Weiß nicht ob es hier rein passt, oder es besser ein eigener Faden sein sollte,
frag mich für was die drei Augen in der Mitte sind?

Bild
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Freitag 22. März 2019, 08:58

Hallo Fink!
Bienen besitzen neben den "normalen" Facettenaugen auch 3 Punktaugen (Ocellen) am Oberkopf, das gibt es auch bei den Geschlechtstieren der Ameisen. So weit mir bekannt, ist deren Funktion nicht ganz geklärt.
L.G.Boro

Hier z. B. zur Info: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/ocellen/47210
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Freitag 22. März 2019, 14:21

Endlich hat es geklappt! Nachdem wochenlang fast ausschließlich Männchen mein Insektenhotel unsicher machten, waren heute plötzlich gleichzeitig 2 Weibchen da! Aber diese kamen sicher nicht aus eventuell kurz zuvor geöffneten "Wohnungen", weil alle Wohungsverschlüsse bereits geöffnet waren. Die Begattung der Weibchen erfolgte augenblicklich, das Paar einschließlich etlicher "Möchtegern-Liebhaber" stürzte sofort zu Boden, wo die Begattung erfolgte. Die Beobachtung der Umklammerung habe ich nach etwa 20 Min. aufgegeben. Ich vermute, dass die langanhaltende Umklammerung weitere Männchen von einer möglichen Paarung abhalten soll. Es besteht sozusagen ein "Exklusivrecht" auf Begattung durch das erste erfolgreiche Männchen.
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern treten jetzt deutlich zutage. Weibchen sind doch deutlich größer, haben einen größeren Kopf und eine dunkle "Gesichtsbehaarung".
Daneben poste ich noch ein Foto von einer Pseudobegattung eines Männchens. Bemerkenswert: Auch diese Verbindung lockte anfangs mehrere weitere Männchen an. Vielleicht hat der Austritt von Sperma beim aufreitenden Männchen geruchsbedingt weitere Männchen alarmiert. Auch hier habe ich die Beobachtung der Umklammerung beider Männchen nach etwa 15 Min. (!!) abgebrochen.
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon fehlfarbe » Freitag 22. März 2019, 21:56

In meinem Mauerbienenhotel ist dieser Tage auch reger Betrieb. Die unteren Kammern waren fast voll besetzt. Nach oben hin wurde es dann langsam dünner. In einigen Kammern konnte ich auch die von Reber erwähnten Anzeichen eines Cacoxenus cf. indagator Befalls finden. Insgesamt fällt die Bilanz aber sehr positiv aus. Ich hatte die Nistmöglichkeiten u.a. auch deswegen bereitgestellt, weil die Bienen ihre Brutzellen immer wieder in den Öffnungen unserer Dachfenster anlegen.

2019-03-17_MG_8368.jpg
2019-03-17_MG_8368_01.jpg


So sah letztes Jahr übrigens der Regelbetrieb im Hotel aus :D

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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Antspy » Sonntag 24. März 2019, 09:45

Auch bei uns sind die Nisthilfen wieder sehr gefragt. Was wiederum mich zur Frage führt: Gibt es "zu viel" Nisthilfe? Macht es Sinn, immer wieder zu erweitern? Derzeit teste ich gedruckte Nisthilfen und hätte vor, bei positiver Resonanz immer mal wieder neue hinzuzufügen. Die Gartenhütte hätte da schon den einen oder anderen Quadratmeter freie Fläche... oder kann man es übertreiben und ein Überangebot an Nistmöglichkeiten schaffen, das zu Problemen führt? :)
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Sonntag 24. März 2019, 10:37

Hallo Antspy,
Zu viele Nisthilfen werden es wohl nicht so leicht. Aber mit „Erweiterungen“ wäre ich vorsichtig: Über die Jahre nehmen Parasiten zu, Milben und z. B. die Taufliegen-Verwandte Cacoxenus indagator („Mauerbienen-Taufliege“).
Sie sehen den üblichen Taufliegen (Drosophila spp.) sehr ähnlich.
In meiner viele Jahre alten Bienen-Favela haben beide zu einer merklichen Reduktion der Anzahl bei den Mauerbienen (Osmia spp.) geführt. Milben befallen in starkem Maße die Holzbienen (Xylocopa violacea). Sie werden natürlich von den noch flugfähigen Bienen auch über weitere Strecken zu neuen Nistgelegenheiten transportiert, siehe hier, dennoch ist es besser, neue Nisthilfen in größerem Abstand zu den alten anzubieten (möglichst mehrere Meter entfernt).
MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Antspy » Sonntag 14. April 2019, 20:00

Hi!

Spät aber doch: Danke für die Infos!

Ich kann vermelden, dass eine gedruckte Nisthilfe aus PLA bisher vollkommen ignoriert wird, obwohl der Platz bei den beiden natürlichen Nisthilfen direkt daneben ausgeschöpft ist. Jetzt grübele ich gerade, woran es liegt: Das Material ist Lebensmittelecht und dampft auch nicht aus (keine Härter etc.), aber vielleicht sind es die thermischen Eigenschaften oder die Farbe (Weiß)? Ich habe noch Filament in anderen Farben und werde mal ein schwarzes Modul drucken. Außerdem habe ich noch eine Rolle Holzfilament, das wäre dann braun und riecht nach Holz und Harz, falls das "normale" PLA zu geruchsneutral sein sollte :)

lg
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Merkur » Montag 15. April 2019, 10:37

Ich sehe das Problem eher im Luftaustausch und der Feuchtigkeitsregulation: Holz "atmet", lässt Sauerstoff und CO2 durch, wird bei feuchter Luft feucht, lässt überschüssige Feuchtigkeit von der Atmung der Larven durch.
Ähnlich sieht es mit Erdnestern in Lehmwänden oder im Boden aus.
Ich habe mit einer Nisthilfe aus Plexiglasröhren leider die Erfahrung machen müssen, dass fast sämtliche Bienenbrut abgestorben ist. Die ca. 20 Röhren waren in der Vorderwand einer (innen natürlich dunklen) Holzkiste eingelassen.
Mit der Vorderwand konnte man die ganzen Röhren zur Kontrolle herausziehen. Die meisten waren allerdings belegt worden, es gab keine Vermeidung. So könnte bei Deinem Material tatsächlich irgend etwas eine Meidereaktion
auslösen; vielleicht zum Segen der Tierchen? ;)

MfG,
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Montag 15. April 2019, 14:27

Nach 5 schwachen Tagen (kühl, zeitw. etw. Regen) geht heute wieder die Post ab. Die Mörtelbienen sind sehr aktiv, zahlreiche Röhrchen sind bereits verschlossen. Männchen habe ich in diesem Zeitraum nicht mehr gesehen, dafür tauchen andere recht kleine Bienchen auf.
Für alle, die vielleicht nicht daran denken: Da mein Garten von wunderschönen Golfplatz-Rasen-Anlagen mit immer je 2,3 Ziersträuchern umgeben ist, wusste ich schon bisher nicht, wo die Bienen den Mörtel holen. Ich habe daher vor längerer Zeit braunen Lehm aus dem Wald und grauen Lehm aus dem Uferbereich eines Flusses geholt und unmittelbar vor das Hotel abgelagert. Inzwischen werden beide Lehmsorten sehr eifrig abgegraben und in den unmittelbar daneben befindlichen Nistbereich getragen. Das klappt vorzüglich und die Tiere müssen nicht weite Flüge auf sich nehmen um den Mörtel zu holen!
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Re: Nisthilfen für Wildbienen - Gemeinschaftsthread

Beitragvon Boro » Freitag 24. Mai 2019, 13:21

Nun, mit Osmia cornuta ist es ziemlich vorbei, dafür habe ich einen neuen Hotel-Gast. Ich habe befürchtet, dass die Eidechse die Bienen als Nahrung betrachten wird, konnte aber beobachten, dass dieses junge Exemplar den anfliegenden Bienen ausweicht, zum Glück!
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