Lasius (Chthonolasius) cf. mixtus

Lasius (Chthonolasius) cf. mixtus

Beitragvon Boro » Samstag 26. März 2016, 11:01

Anlässlich der Exkursion am 20. 3. (http://www.ameisenportal.eu/viewtopic.php?f=46&t=1303 ) hat der Sohn auch 2 dealate Lasius-Gynen auf einem Waldweg gefunden. Die eine war unterwegs, vermutlich um sich ein Wirtsnest zu suchen, die andere wurde allein in einem am Boden liegenden Stück Totholz gefunden. Nun weiß man, dass bei Chthonolasius-Arten auch die Überwinterung mit anschließender Suche nach einer Wirtsart im Frühjahr vorkommt ("L. mixtus-Kälte-Strategie", bei Seifert S. 281 für L. mixtus und S. 282 vermutlich für L. sabularum). Da bei Chthonolasius-Arten auch Hybridisierung möglich ist, wird die Bestimmung im Einzelfall sehr schwierig. Außerdem unterscheiden sich die Gynen v. L. mixtus u. L. sabularum nur minimal, in erster Linie durch Behaarungsmerkmale. Bei L. sabularum gibt Seifert an, dass das 2. Geißelglied kürzer ist (S. 170), für L. mixtus wird diesbezüglich nichts erwähnt, bei KUTTER wird ersichtlich, dass bei L. mixtus das 3. Geißelglied etwas verkürzt ist (S. 224). Ich hoffe, dass hier nicht eine Verwechslung vorliegt.
Die 2 Gynen zeigen im wesentlichen Pubeszenz, kaum Behaarung; auch die bei Seifert erwähnten, einzelnen längeren Härchen auf Scapus oder Hintertibien sind nicht vorhanden. Die Behaarung auf dem "Rücken" und der Gaster ist sehr spärlich und auffallend kurz. Die Länge der Gynen beträgt ca. 7 mm. Die Fotos stammen von Sohn Roman.
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Re: Lasius (Chthonolasius) cf. mixtus

Beitragvon Boro » Dienstag 23. Februar 2021, 09:00

Anfang Februar wurde auf 900 m Höhe im Steirischen Randgebirge nördlich von Graz/Österreich bei frühlingshaften Temperaturen eine einsame Wanderin entdeckt: eine Gyne von Lasius (Chthonolasius) sp. Bei diesem Verhalten kommen nur ganz wenige Ameisenarten in Frage, an erster Stelle Lasius mixtus und dann noch vielleicht L. sabularum. Die beiden Arten sind wegen sehr ähnlicher morphologischer Merkmale schwer zu unterscheiden. Eine stichhaltige Bestimmung ist an Hand der Fotos nicht möglich, aber es ist sehr wahrscheinlich L. mixtus. Warum die Gyne im zeitigen Frühjahr "auf Wanderschaft" geht, ist oben in der Einleitung zu lesen. Die Gyne wurde gefangen, fotographiert und dann wieder freigelassen, weil es sich um eine eher seltene Art handelt. Inzwischen sind in der Gegend des Fundortes einige Ameisenarten im Freien zu beobachten. Die Saison hat begonnen!! Fotos: Roman Borovsky
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